die jagd


Hier in der Gegend triffst du nur verirrte Wanderer. Ein paar Hasen vielleicht. Manchmal ein Reh.

Wenn du ruhig genug zielst.

Hin und wieder lege ich meine Ausrüstung allerdings auf dem Felsvorsprung ab und springe den Hang hinunter, von Stein zu Stein. Ich rutsche nie ab. Bin zu Hause hier. Das ist mein Wald. Meistens sind die Verirrten so panisch, dass sie sich über mich gar nicht wundern, freuen sich nur, weil sie hoffen, dass ich ihnen wieder auf den Weg helfen werde. Das tue ich gern. Ich begleite sie sogar. Rede beruhigend auf sie ein. Oben am Fels sind sie dann so erschöpft, dass ihnen die Totenstille zuerst gar nicht auffällt. Manche haben Proviant in ihrem Rucksack. Sie teilen mit mir. Manche fangen an wie ein Wasserfall zu erzählen, sobald sie wieder genug Luft in den Lungen haben und wenn sie ein unheimliches Gefühl beschleicht, das sie sich nicht erklären können. Das kommt meist daher, weil ich sie ununterbrochen ansehe und lächle. Ich lächle, weil ich einen Punkt gefunden habe, an dem ich sie, wenn das Spiel losgeht, treffen will. Der Klassiker ist der Punkt zwischen den Augen. Von vorn. Oder auch von hinten. Das erfordert viel Geschick und eine ruhige Hand. Jahrelanges Training. Mein Vater ist ein guter Trainer. Die Organe sollen unversehrt bleiben. So eine zerrissene Leber oder gar das Herz. Zerfetzt? Wie unappetitlich sähe das aus.

»Bin ich froh, dass ich Sie treffe! Dem Himmel sei dank. Ich dachte, ich laufe hier bis zu meinem letzten Tag herum. Ich …«, der Mann jappst nach Luft. Er ist um die fünfzig. Trägt eine alberne Mütze mit einem sonderbaren Kreuz in der Mitte, das direkt auf ein mögliches Einschussloch zeigt. Ich lächle instinktiv. Mustere sein Wanderoutfit. Ladenneu. Ein Bauchansatz unter der leuchtenden Funktionsjacke. Vermutlich hat er die Anleitung für den Kompass, den er in der Hand hält, zu Hause vergessen. Oder die Koordinaten. Jedenfalls sieht er nicht wie jemand aus, der sein lebenlang wandern gegangen ist. Es wird wohl eher dieses Gesundheitsding sein. Herr Sowieso, gehen Sie mehr an die frische Luft, bewegen Sie sich mehr. Lassen Sie das Rauchen sein und reduzieren Sie fettes Essen und Alkohol. Ich könnte wetten, dass das Geklappere in seinem Rucksack von zwei Bierflaschen herrührt. Und ja, die Orientierung in diesem Wald hat schon so Mancher unterschätzt.

»Ach machen Sie sich keine Sorgen. So lange dauert das ja nicht«, antworte ich und reiche ihm meine Hand. Er nimmt sie, sieht mir irritiert in die Augen und fragt, wie ich das gemeint habe. Ich winke ab und sage, dass das nur ein Scherz war und dass er bei mir in guten Händen sei.

»Das ist gut, weil Sie sehr schöne Hände haben«, sagt er daraufhin grinsend und sieht mir zu, wie ich meinen Lederhandschuh wieder über die Rechte ziehe.

Das Grinsen wird dir schon noch vergehen. Mit Komplimenten kommst du bei mir auch nicht weiter als die anderen. Naja, vielleicht lasse ich dir eine Minute mehr Vorsprung als sonst. Wir werden sehen.

»Sie reden nicht viel, oder? Leben Sie hier irgendwo? Gedacht haben Sie doch eben jede Menge, oder?!«

Ich sage ihm, dass er aufhören soll Fragen zu stellen, wenn er will, dass ich ihm helfe. Ich bin nicht umsonst so weit weg von der Zivilisation. Freundlicher setze ich nach, »soll ich Ihnen den Rucksack abnehmen? Sie sind sicher erschöpft?«

»Oh. Äh, danke. Nein. Mir hat noch nie eine Frau angeboten mir zu helfen. Beim Tragen zu helfen, meine ich.«
»Ja, irgendwann ist alles das erste Mal. Oder das letzte. Wie auch immer«, ich sehe auf das Kreuz über seiner Stirn und lächle, »kommen Sie, gehen wir! Ich habe es vorhin grummeln hören. Wäre möglich, dass ein Gewitter aufzieht. Und hier bei uns kracht es dann ganz ordentlich.«
»Mir macht Gewitter nichts aus«, sagt er und plustert sich auf. Dabei zieht er den Bauch ein und drückt das Kreuz durch. Ein Adonis wird trotzdem nicht aus ihm. »Wo entlang müssen wir?«
»Dort hinauf!«, ich zeige über die Sandsteine hinweg, die zwischen uns und dem Felsvorsprung liegen.
»Ich soll klettern?«, fragt er und reißt ungläubig die Augen auf. Die Wölbung unter der Funktionsjacke ist die alte. Die Schultern fallen zusammen.
»Ist das ein Problem für Sie?«
Ich warte seine Antwort nicht ab, sondern schiebe mich am ersten Findling vorbei auf den Trampelpfad, den man nur findet, wenn man von ihm weiß.
»Natürlich nicht. Ich war mal bei den Pfadfindern.«
»Und haben Kekse verkauft?«
Er folgt mir. Sein Atem geht schon nach dem Erklimmen der ersten steilen Höhenmeter schneller.
»Äh, nein, nur einmal für zwei Wochen beim Schüleraustausch. Ist lange her. Ich habe es tatsächlich mehr mit Strand und Meer als mit den Bergen, aber mein Doktor sagte …«
»Ja, ich weiß. Sie müssen mir nichts erzählen. Ich kenne Ihre Sorte.«
»Meine Sorte?«, erwiderte er und stolpert dabei über die Wurzel einer Buche, die sich mit aller Macht zwischen Fels und Waldboden verankert hat. Ihre Zweige sind kahl. Sie ist krumm gewachsen und von Pflanzenparasiten bevölkert. Aber sie hält jedem Sturm stand, in Schieflage geraten aber nicht entwurzelt. So, wie ich. Denn das ist es wohl, wie die Menschen meine Situation gemeinhin bezeichnen würden. Als Schieflage. Für Vater und mich hingegen ist es pure Unterhaltung und Überleben. Wie so Vieles liegt das nur im Auge des Betrachters.

Nachdem er keine Antwort von mir erhält, versucht er den Spieß umzudrehen: »Und Sie sind wohl der verlorene Sohn ihres Vaters?«

Ich bleibe stehen und drehe mich um. Mustere ihn. Das Kreuz. Denke an meine Ausrüstung und bedaure kurz, dass ich Lust zum Spielen gehabt hatte, anstatt ihn gleich zu erledigen. Er klopft sich den Schmutz von den Händen, nachdem er seinen Balance wieder stabilisiert hat. Stützt sich an der Buche ab und hält meinem Blick stand. Seine Mundwinkel zucken.
»Wollen Sie, dass ich Ihnen hier heraus helfe, oder wollen Sie mir auf die Nerven gehen?«
Er steckt die Hand in die Jackentasche. Spielt darin mit etwas herum. Vermutlich mit dem Kompass. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, wo er ihn verstaut hat und ärgere mich über meine Nachlässigkeit.
»Selbstverständlich will ich Ihnen nicht auf die Nerven gehen. Ich bin es nur gewohnt, mit Menschen zu kommunizieren. Und mir wäre ein nettes, unterhaltsames Gespräch auch lieber, als dass wir uns gegenseitig provozieren. Sie haben nicht oft Umgang mit Leuten, kann das sein?«
»Also Sie wollen, dass ich Ihnen den Weg zeige?«
Er seufzt. Lässt die Schultern hängen. Senkt den Kopf.
»Ja. In Gottes Namen, ja.«
»Glauben Sie an Gott?«
»Nein.«
»Wieso reden Sie dann in seinem Namen?«
»Nun …«
»Nun, was?«

Ich gehe weiter und bin auf seine Antwort gespannt. Vor uns liegen mehrere Findlinge. Sie berühren sich über unseren Köpfen und bilden Nadelöhre. Wie unter Brücken klettern wir zwischen ihnen hindurch. Über kleinere Steine und Wurzeln hinweg, die unter uns aus dem Boden ragen. Er jappst nach Luft. Dann antwortet er.
»Alle tun das.«
»Und Sie tun, was alle machen?«
»Natürlich nicht.«
»Dann lassen Sie es doch und berufen Sie sich nicht auf etwas, an das Sie nicht glauben!«
Mein Unmut über die unachtsame Wortwahl lässt mich automatisch schneller werden. Er hingegen scheint stehenzubleiben. Ich höre seine Schritte nicht mehr hinter mir. Nur das Grollen in weiter Ferne. Seltsam – Gewitter zu dieser Zeit?

Vor ein paar Tagen habe ich Forstarbeiter dabei beobachtet, wie sie Weihnachtsbäume abgefahren haben. Der Hunger hatte mich hinab getrieben. Die Baumspitzen der kleinen Tannen waren mit Farbbändern markiert, die im Wind flatterten und im Sonnenlicht verschiedenfarbig funkelten. Es sah aus, als wären sie schon zum Fest geschmückt.
Das Risiko war mir zu groß. So genoss ich nur, einige Zeit versteckt dazusitzen und sie zu beobachteten. Dabei markierte ich in Gedanken die Zielpunkte auf Stirn oder Hinterkopf, wenn ich nicht gerade den schillernden Farbbändern beim Wedeln zusah. Keine Organe zerfetzen. Kein Risiko eingehen. Vater bleut es mir immer wieder ein.
Wir holen nie einen Baum hinein. Wir lassen Bäume am Leben. Bis auf die, die in der Hütte für Wärme sorgen müssen. Zur Zeit ist das nicht notwendig. Die Bäume kommen bei den Temperaturen kaum zum Schlafen, und manche treiben schon wieder aus.

Um mich zu erden, klettere ich auf den haushohen runden Fels vor mir. Die Zeit hat kleine Kehlen in ihn geleckt. Ich weiß, wohin ich greifen muss, und meine Füße finden an der rauhen Oberfläche überall Halt.
Oben angelangt, setze ich mich und suche mit zusammengekniffenen Augen die Gegend ab. Der Verirrte ruft.
»Warten Sie! Sie haben ja Recht. Ich habe das so noch nicht betrachtet. Sie haben ja vielleicht Recht.«
Seine Hightech-Wanderschuhe rutschen nun wieder über Wurzeln und Steine, und vermutlich wird er alles versuchen, um mich einzuholen. Die Angst, verlassen wie ein herrenloser Hund ohne Spürsinn in dieser Einsamkeit zu verrecken, wird ihm Dampf unter den Eiern machen. Ich spüre, wie meine Mundwinkel sich nach oben ziehen und wie mein Herzschlag ruhiger wird. Wenig später leuchtet seine Mütze zwischen rostbraunen Farnwedeln hindurch und ich denke an das sonderbare Kreuz darauf. Das beruhigt noch mehr. Zwei Minuten – vielleicht gebe ich ihm sogar zwei Minuten mehr als den anderen.

Als er unter mir steht, kicke ich einen Tannenzapfen von dem Moosmantel hinab, den die Findlinge hier wie angezogen tragen. Ich reiße ein Loch hinein. Ein tellergroßer Moosflatschen klappt zurück wie abgezogene Haut. Asseln und Ameisen suchen hektisch das Dunkle. Ich vestehe sie gut. Bin auch nicht gern sichtbar. Nur manchmal, wie jetzt auch, ist es ein notwendiges Übel. Alles, weil ich den Adrenalinstoß der Treibjagd spüren will.

»Ich bin hier oben«, sage ich in dem Moment, als der Zapfen ihn trifft. Ich kann nicht erkennen, wo. Er erschrickt. Flucht leise. Bleibt stehen. Beugt sich schwer atmend nach vorn und stützt sich auf den Knien ab. Ich höre sein Schnaufen. Als ich mich entscheide, wieder hinunter zu klettern, sehe ich, wie ihm der Rucksack über den Kopf rutscht und ihn mit sich zieht. Er reagiert nicht schnell genug. Seine Arme rudern in der Luft, und er fällt wie ein nasser Sack kopfüber. Bleibt liegen. Liegt da, wie ein Verirrter, nachdem ich ihn erlegt habe.
»Hallo?! Alles in Ordnung mit ihnen?«
Keine Antwort. Ich beeile mich, zu ihm zu gelangen. Er bewegt sich nicht. Das darf doch nicht wahr sein. Ein Wanderunfall? Das macht mein ganzes Spiel kaputt. Dreihundert Meter weiter liegt die Armbrust. Ich lege zwei Finger an seinen Hals. Er stöhnt leise.
»Hallo?! Hören Sie mich?«

»Klar, sie brüllen ja direkt in mein Ohr«, sagt er plötzlich absolut munter, wirft sich herum und und im nächsten Moment hat er mich zu Boden gedrückt und liegt über mir. Ich spüre seinen Wanst, den er gegen meinen Schritt drückt, »na, wie fühlt sich das an?«, fragt er mit einem Blick, der mich staunen lässt. Mit einem Mal wirkt er gar nicht mehr wie jemand, der vom Weg abkommt. Unabsichtlich.

»Sind sie verrückt?«, frage ich und versuche mit aller Kraft, ihn von mir zu stoßen, doch seine Finger klammern sich wie Schraubzwingen um meine Handgelenke und seine Knie pressen sein ganzes Gewicht auf die Innenseiten meiner Schenkel.
»Was soll das?«, frage ich weiter und denke darüber nach, wie ich an die Klinge im Stiefel komme. Wer ist der Kerl? Ich habe gelernt in entscheidenden Momenten Ruhe zu bewahren. Das ist einer davon und ich frage mich, wo ich meinen Instinkt gelassen habe.

Er lacht auf. Sein Atem stinkt. Er ist ganz nah vor meinem Gesicht und spricht leise: »Das fragen Sie mich? Ob ICH verrückt bin? Wie verrückt muss man sein, sich von Menschenfleisch zu ernähren?«

Mein Puls wird schneller. Mir wird heiß und kalt zur selben Zeit. Ich habe Hunger. Hunger. Entsetzlichen Hunger. Mein Herz rast, und ich bekomme nicht genug Luft. Sein Gesicht verschwimmt über mir. Wird zur Fratze. Dann wird es dunkel.

Das Gewitter ist weitergezogen und tobt sich auf der anderen Seite des Kammes aus. Als ich zu mir komme, hat die Dämmerung eingesetzt.
Ich hasse die Zeit der kurzen Tage. Und das nicht nur, weil sich immer weniger Menschen hierher verirren, sondern schlicht, weil es mich zwingt, in der Hütte zu bleiben. Im Dunkeln fällt auch mir die Orientierung im Wald schwer.
Der Verirrte sitzt vor mir auf einem Baumstumpf und reinigt sich mit dem Messer aus meinem Stiefel die Fingernägel. Meine Hände und Füße sind hinter dem Baum zusammengebunden, an dem ich mehr hänge als stehe. Ich zerre an den Stricken und beiße die Lippen zusammen. Der Schmerz meiner überdehnten Gelenke lässt mich keuchen. Er sieht auf zu mir. Seine Augen leuchten.

»Na, dann können wir ja loslegen«, sagt er, und wirft das Messer in die Luft, um es nach ein paar Drehungen wieder aufzufangen.
»Was soll das werden?«, frage ich, und bin darüber verärgert, weil das Zittern in meiner Stimme verrät, dass ich einen Teil meiner Fassung verloren habe.
»Hm, nennen wir es Vergeltung?«, antwortet er und steht dicht vor mir, »vielleicht ist es auch die Lust auf ein Spielchen? Sag du es mir. Wie lange machst du das schon?«
»Wovon reden Sie?« Als ich die Frage ausgesprochen habe, fällt mir sein Satz mit dem Menschenfleisch wieder ein. Was weiß der Kerl?
»Das ist ein Messer zum Ausweiden oder?«, fragt er und setzt es unterhalb meines Ohres an. Ich spüre wie die Spitze mir ins Fleisch schneidet und ein warmer Rinnsal meinen Hals hinabläuft. Ich beiße die Zähne zusammen.
»Hast du meinen Sohn auch damit ausgenommen?«
»Was?«
»Wag nicht, es zu leugnen!«, brüllt er mit einem Mal, und für einen kurzen Moment legt sich ein Schmerz in seinen Blick. Er umfasst wütend meine Kehle und würgt mich gerade so lange, dass ich noch bei Bewusstsein bleibe. Sein Sohn? Sein Sohn? Wer soll das gewesen sein? Und wann? Ich versuche, bei klarem Verstand zu bleiben, doch sein Gesicht droht erneut vor mir zu verschwimmen. Dieser elendige Hunger. Er lockert den Griff.

»Zuerst wollte ich die Bullen alarmieren. Aber das hätte sie wohlmöglich auch auf mich aufmerksam gemacht«, sagt er und auf einmal weiß ich, wen er meint. Da war dieser junge Kerl, in dessen Rucksack wir jede Menge Papiere gefunden hatten. Außerdem reichlich Bares. Wir vermuteten, einen Schleuser erwischt zu haben. Hier im Grenzbereich kann das schon mal passieren, meinte Vater anschließend. Ich weiß noch, dass ich ihm den Schuss von hinten verpasst hatte. Die Pfeilspitze ragte schräg aus der Stirn und hatte das linke Auge zerfetzt, und Vater hatte gesagt, ich solle besser zielen. Er war damals gleich zur Stelle gewesen. Bereits vor mir bei dem Toten. Das tat er ab und zu, um mich zu kontrollieren.

»Ich bin euch gefolgt. Ihr seid ein krankes und perverses Pack«, er kotzt die Worte förmlich aus.
»Nicht perverser, als der Rest der Welt. Ist es weniger pervers, Tiere zu essen?«

Er spuckt mir ins Gesicht und rammt mir das Messer in die Seite. Ich halte die Luft an. Keine Organe zerfetzen, hämmert es in meinem Kopf. Kein Laut geht über meine Lippen, als er das Messer langsam in der Wunde dreht. Den Schmerz wegatmen. Stoßweise atme ich aus. Wieder zerre ich an den Stricken. Ich höre, wie etwas in meinem Schultergelenk zerreißt.

»Ich habe dich monatelang beobachtet. Ich weiß, wie du vorgehst. Weiß, wo deine Armbrust liegt. Du bist ein guter Jäger, das muss ich dir lassen, für ein Mädchen«, er lacht geringschätzig.

Jetzt spucke ich ihn an. Er zieht das Messer aus der Wunde und sticht erneut zu. Diesmal schreie ich auf. Automatisch will ich mein Knie in seine Weichteile rammen, zerre mir stattdessen nur etwas in meiner Hüfte. Wieder dreht er das Messer.

»Arschloch«, keuche ich und merke, wie mich der Wille immer mehr verlässt, keinen Schmerz zuzulassen. Doch der Wille, diese Situation nicht als tatsächlich geschehend anzuerkennen, ist ungebrochen. Das kann nicht die Wahrheit sein. Ich bin nie und nimmer das Opfer. So war das niemals geplant.

»Keine Organe zerfetzen!«, hallt es plötzlich hinter dem Verirrten und im nächsten Moment pfeift etwas durch die Luft und trifft ihn in dem Augenblick zwischen den Augen, als er sich zur Stimme meines Vaters umdrehen will.

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