singleblues


Rauchend steht er an der Bar.
Inmitten der vom Glück Vergessenen.
Sie bestellt dem Pianisten ein Helles.
Die Zigarette im Mundwinkel, beißt der Qualm.
Über allem was wäre wenn im Kopf, bleibt der Himmel grau.
Wir sind nicht zusammen, sagt er, als sie sich an ihn lehnt.
In der Dunkelheit tanzt seine Zungenspitze zwischen ihren Lippen.
Es ist dir peinlich, sagt sie und genießt seinen Kuss.
Auch das Piano schweigt still, ihr seid kein Paar.
Schöner du. Selbstverliebter. Ohne Sonne in der Stadt.
Um sie herum, die noch nicht angekommen sind.
Er lässt sie stehen.
Sie bläst Rauch in den Strahl des Scheinwerfers.
Will ihm nah sein, bis die Schale knackt.
Er kehrt zurück auf seinen Platz.
Gesichter wenden sich ihm zu.
Jedem schenkt er Lächeln.
Sie will ihn auslöschen, wähnt sich in den Startlöchern.
Führt das Glas zum Mund. Schluckt die Tränen mit. Löscht nur Glut.
Rechtzeitig, bevor er ist, wo sie ihn will, tanzt sie mit dem anderen.
Umeinander. Berührungslos, denkt sie, doch er zieht sie an sich.
Erst im Abklingen der Musik wagt sie einen Blick.
Wie im Vorbeisehen fängt der Pianist ihn auf.
In ihm steckt alles, was er nicht zeigt.
Sie sieht wieder hin und sieht weiter.
Zwei Reiter, deren Rösser bis zum Bauch im Wasser stehen.
Wer wird am längsten oben bleiben?
Er beginnt die nächste Melodie.
Die Tanzfläche füllt sich.
Sie wartet an der Bar.
Als er kommt, sind ihre Blicke Drogen.
Wollen treibt ihn aus der Ruhe.
Das Saxophon beginnt.
Die Show.
Weint. Weint.
Sein Daumen fährt über die Innenflächen ihrer Hand.
Berührt ihren Schoß. Fährt unter ihren Rock.
Meine Haut will deine Haut und ganz darunter, flüstert sie.
Und: Ich bin da, wo ich sein soll. Du, die letzte Figur im Spiel.
An den Rändern lungern die ohne Glück.
Der andere hat ihr einen Drink bestellt.
Ich habe kein Interesse an dem.
Und: Meine Augen wollen dich.
Er lacht laut auf.
Dann lächelt er vorbei.
Die Dame hinter ihr erwidert.
Eisig reißt sie den Bremshebel hoch.
Die Bataillon Schmetterlinge geht zu Boden.
Sie nippt rasch an dem Drink des anderen.
Gut so, denn wir sind nicht zusammen.
Und: Da ist nichts, denken beide, da ist gar nichts.
Das Saxophon weint. Weint.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s